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Landesschule

Die Landesschule Pforta, ein Internatsgymnasium in der Trägerschaft des Landes Sachsen-Anhalt, kann mittlerweile auf eine über 450jährige Tradition der Erziehung und Ausbildung zurückblicken. Eine Vergangenheit, die SchülerInnen und LehrerInnen gleichermaßen prägt und durch die und mit der sich Gegenwart und Zukunft verwirklichen. Das humanistische Bildungsideal und der Grundgedanke, allen Kindern, unabhängig von ihrem sozialen Stande, zu einer höheren Bildung zu verhelfen, leben so in stets aktualisierter Form fort und bieten so jungen Menschen eine einzigartige Chance zu umfassender Gebildetheit.

 

Zur Zeit bietet die Landesschule Pforta ungefähr 300 Jugendlichen aus der ganzen Bundesrepublik, schon seit einigen Jahren sind es mehr Mädchen als Jungen, einen Platz zum Leben und Lernen. Dabei können die SchülerInnen je nach ihrer individuellen Bagabung und ihren Präferenzen zwischen einem musikalischen, einem naturwissenschaftlichen und einem sprachlichen Zweig wählen, der sie beginnend mit der neunten Klasse zum Abitur führt. Gute schulische Leistungen, das Bestehen einer zweigspezifischen Aufnahmeprüfung und eine hohe Motivationsfähigkeit sind die Bedingungen für eine Aufnahme. Die großzügige Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt ermöglicht es, die monatlichen Kosten für einen Besuch Schulpfortes bei vergleichsweise geringen 350 bzw. 250 € zu halten. Förderer wie der Pförtner Bund e. V. oder die Stiftung Schulpforta helfen finanzielle Notsituationen zu überbrücken und ein möglichst gutes Schulumfeld zu bieten.

 

Gegründet wurde die Schule 1543 und bot all ihren von Anfang an eine sechsjährige kostenlose Ausbildung, die über die Stiftung Schulpforta finanziert wurde. Kurfürst Moritz von Sachsen hatte diese zu eben jenem Zwecke mit dem Besitz des vormaligen und 1540 aufgehobenem Zisterzienserklosters ausgestattet. Die Schüler wurden dabei außerunterrichtlich von einem Lehrer betreut, das Prinzip der Selbstverwaltung und der Übernahme von Verantwortung von älteren Schülern für jüngere war jedoch von Beginn an eine tragende Säule des Erziehungsprinzips in Schulpforte. Der Schwerpunkt schulischer Bildung lag auf den alten Sprachen, die auch heute noch eine wichtige, nun aber nicht mehr dominierende, Rolle spielen.

 

Bis 1815 war die Schule sächsisch, kam im Nachgang der napoleonischen Kriege und des Wiener Kongresses aber an Preußen und erlebte dadurch neue Impulse. Das 19. Jh. kann ohne Zweifel als eine Zeit der großen Blüte angesehen werden. Die nächste einschneidende Veränderung war die Umwandlung in eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt im Jahr 1935. Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte man an alte Traditionen anzuknüpfen, jedoch mit der wesentlichen positiven Veränderung, dass nun auch Mädchen aufgenommen wurden. Die Idee einer Wiederbelebung des alten Schulpforte und seiner Strukturen scheiterte jedoch am System der DDR, die die Schule als normale Erweiterte Oberschule in ihr Erziehungssystem eingliederte und umgestaltete. Die Gründung des Sprachzweiges 1981 und des Musikzweiges 1982 waren wesentliche Etappen in der Schulgeschichte und läuteten eine langsame Erneuerung ein. Nach der Wiedervereinigung ging die Schule in die Trägerschaft des Landes-Sachsen Anhalt über, es wurde 1992 schließlich noch der naturwissenschaftliche Zweig eingerichtet.

 

In ihrer langen Geschichte konnte die Schule mit einer ganzen Reihe herausragender Schüler zeigen, dass die Ideale eine humanistischen, ganzheitlichen und vor allem von sozialen Zwängen freie Bildung eine ungemeine Wirkkraft entfalten kann. Hier seien mit Friedrich Gottlieb Klopstock, Johann Gottlieb Fichte, August Ferdinand Möbius, Leopold von Ranke, Richard Lepsius, Friedrich Nietzsche und Hans am Ende nur ein paar genannt.